Samstag, 21. April 2007

Libertad o Muerte

-- „Freiheit oder Tod“

So lautet der 'Wahlspruch' von Uruguay, dem kleinen Staate zwischen dem großen Argentinien und dem noch größeren Brasilien. Mit einem Anteil von 50.000 Deutschen und Deutschstämmigen ist das unscheinbare Land am anderen Ende der Welt Ziel vieler Deutscher. Und dahin will sich nun mein Klavierlehrer zurückziehen und zur Ruhe setzen.

Vielmehr endlich Zeit haben. Für Klavier spielen, Oldtimer fahren und Faulenzen. Denn immerhin naht sein Alter gemächlich dem zarten Halben Jahrhundert und wenn nicht jetzt, wann sollte er dann auswandern? Tja, noch ist ja ein wenig Zeit. "Um November herum…“ sagt er und lächelt dabei verlegen. Erst einmal müsse ja das Haus verkauft werden – ansonsten wäre er schon längst weg.

Von wegen – erst einmal wird noch mein Geburtstag Anfang Juli gefeiert, habe ich ihn schließlich überredet, und dann irgendwann darf er auswandern.

Aber Uruguay? Was will man denn in Uruguay?

Naja, zu allererst kann man sich überlegen, dass das Leben als Klavierlehrer nicht das meiste Geld auswirft und der Gedanke, der vielleicht dem ein oder anderen auch gekommen ist, dass das Geld was man selbst besitzt dort drüben viel mehr Wert ist, ihm schließlich auch in den Sinn kam. Und so könnte sich ein jemand, der ansonsten nur eine Wohnung in der Stadt besitzen würde vielleicht sogar ein Strandhaus in Montevideo gönnen.

Und dann sind da noch die Oldtimer… Und was für wunderschöne Oldtimer. 1920er, 1930er Baujahre fahren dort als Gebrauchtwagen durch die Gegend und mal ganz ehrlich: fernab vom neuen Lexus und Kawasaki und wie sie alle heißen – wer würde nicht gerne einen 30er Jahre Citroen fahren…

Ich wünsche ihm jedenfalls alles Gute – auch wenn es noch ein paar Monate hin ist, bis er seine Sieben Sachen packt und ich ihn erst einmal ne Weile nicht wieder sehe. Viel Glück in Uruguay und ein schönes Leben :)

adiós