Langsam tropften ihm die Schweißperlen von der Stirn. Der andere hatte sie bis hier her verfolgt bevor er sie ausgeschaltet hatte. Warum auch musste sie ihm genau in die Arme laufen. Nun war der Feind keine zehn Schritte mehr entfernt und lauerte. Still, konzentriert und letztendlich darauf bedacht, jedes Geräusch, das auch nur im Entferntesten unnatürlich klang erbittert zu verfolgen und den Verursacher bis zum Ende zu jagen.
Drei waren sie nur noch. Sie hatte sich ihm schließlich ergeben, als sie wehrlos auf dem Boden lag, gestolpert über eine knorrige Wurzel. Sie war jetzt auf seiner Seite - nicht länger Freund. Wenn es sein musste, dachte er, würde auch er seine Freunde im Stich lassen und sich davon machen. Doch das war nicht ganz leicht. Er wischte sich den Schweiß von der Stirn.
Ich kann es schaffen, dachte er angespannt. Wenn sie sich umdreht würde er einen Stein ins Gebüsch werfen. Und während sie noch dort nachsähe, würde er hinauspreschen, unter der Kastanie hindurch über die wenig befahrene Straße und über den Sicherheitszaun hinweg ins nächste Areal. Doch da war noch dieser Hund...
Egal.
Gerade drehte sie sich um. Entweder würde er es jetzt wagen oder niemals von hier wegkommen und früher oder später würden sie ihn oder seine Freunde, die seine Position kannten, gefunden haben. Sein Herz klopfte aufgeregt, während er so leise wie möglich einen Stein aufhebte. Er hatte keine andere Wahl als seine Freunde im Stich zu lassen. Langsam, ganz langsam, setzte er zum Wurf an. Sie würden dasselbe tun. Er warf. Ein Rascheln, gefolgt von einer Kopfbewegung ihrerseits. Er sondierte augenblicklich die Lage, während sie dem Geräusch nach lief. Alles war frei, von dem anderen keine Spur.
Also los, dachte er, schoss aus dem Gebüsch und sprintete los. Sie sah sich um und versuchte nicht einmal mehr ihm hinterher zu kommen. Und er selbst rannte. Rannte, wie er noch nie in seinem Leben gerannt war. Die Äste peitschten ihm ins Gesicht, seine Beine waren wie Blei, jeder einzelne Schritt tat weh. Seine zerrissene Hose offenbarte die Wunde, die er sich vor wenigen Stunden zugezogen hatte, seine Nase blutete, die Narbe in seinem Gesicht ein Produkt eben jener Äste. Schweiß und Blut vermischten sich zu einem Produkt seiner unbändigen Willenskraft.
Und langsam, irgendwo im Schatten zwischen dem Mondlicht und dem Flackern der Laternen rückte das Tor zum Lager immer näher. Aus unebenem Gras wurde ein kurzer Hügel. Hinter dem Hügel kam die Straße, die er mühelos passierte, vorbei an der ersten Verteidigungslinie - immer noch war niemand zu sehen - über den kleinen steinigen Pfad. Geschickt kletterte er über den Zaun. Endlich geschafft! Vorbei an den Bewegungsmeldern, die erst viel zu spät seine Ankunft bekundeten galt es wieder hineinzutauchen ins Dunkeln des zweiten Areals.
Plötzlich: ein Schatten. Dunkel und verschroben preschte die Person aus dem seitlichen Gebüsch und langte mit seinen Händen nach ihm. Nun war es aus. Die groben Hände des grinsenden Mannes umschlossen seinen Arm und hielten ihn fest. Nur wenige Meter vom sicheren Ziel entfernt hatte man ihn geschnappt.
Nun ist es vorbei, dachte er und sah die Person erschöpft an.
"So mocl", sagte sein Freund und grinste, "Kaja hab ich schon, fehlen noch Dragan und Ings." Er lachte bei dem Gesicht das der Gefangene machte. "Nächste Runde sind Kaja und du dran mit suchen. Kannst dir ja schonmal n gutes Versteck für nächstes Mal überlegen"
"Ja", sagte er nur und lächelte müde. Und dann werde ich es dir nicht so einfach machen, dachte er und grinste, während er langsam in der Dunkelheit verschwand und mit der Nacht verschmolz.
1 Kommentare:
LOL echt gut geschrieben man weiß am anfang wirklich nich was gemeint is XD
und komm so schlimm is der hund auch nich^^
*nich mehr einkrieg**totlach*
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