Freitag, 31. August 2007

maus-pace

Man kennt ja, oder zumindest sollte man, um den nächsten Teil zu verstehen, ein bisschen was von myspace verstehen. Da gibt es nämlich die sogenannten Bulletins.

Ich probier's mal eben so. Lauscher aufsperren, Musik an:

Heute: Myspace

Das, das ist Egon. Egon hat keine Freunde. Aber es gibt ja MySpace. Egon kann dort ganz einfach sein kleines, besch*eidenes Leben hochladen und alle wissen nun wer Egon ist. Aber so richtig gefällt das Egon noch nicht. Deshalb kann er die Bulletin-Funktion nutzen. Das ist so, als könnte Egon die gaaanze Welt wissen lassen, was er gerade macht.
Und das hier, das ist Frank.
Manche, die nutzen die Bulletin Funktion für Informationen, zum Beispiel, wenn sie neue Fotos für die anderen haben. Frank zum Beispiel hat erst gestern seine neuen Urlaubsfotos ins Internet gestellt und über die Bulletins hat es dann auch jeder mitbekommen. Aber Egon reicht das nicht. Bulletins, das bedeutet für ihn vor allen Dingen eines: seine Gedanken anderen mitzuteilen. Egon weiß zwar, dass er das auch über einen blog machen könnte, aber das ist ihm zu anstrengend. Da könnte ja jemand freiwillig den blog lesen. Für Egon ist MySpace eine prima Lösung. Frank jedoch findet, dass Egon mit seinen Bulletins ein Bisschen zu weit geht. Es gibt sogar Leute, die schreiben alles auf, was ihnen in den Sinn kommt. Das weiß auch Egon. Und so schreibt er jetzt kryptische Botschaften, merkwürdige Countdowns und philosophische Ergüsse in seine Bulletins, sodass jeder auch weiß, was für ein schlauer, terminbewusster und nachdenklicher Mensch er doch ist. Nur Frank hat genug von dem ganzen Kram. Er verabschiedet sich von MySpace, da dort ohnehin nie etwas wirklich Wichtiges passiert.
MySpace, und das lernen Menschen wie Egon nicht, ist eigentlich was ganz unwichtiges. Weil man aber mit einem Mausklick sinnlose Botschaften an alle Menschen die man kennt schicken kann, finden Leute wie Egon immer noch, dass MySpace sie ganz groß und wichtig erscheinen lässt. Bulletins gibt es mit Nachrichten wie: "cacao CJ 4 life. alta, ihr habt alle keine peilung. greetz, euer Egon PS: noch 5 Minuten bis ich den nächsten Bulletin schreibe" oder "noch 4 Minuten alta!" oder aber "noch 3 Minuten altaaaaa!".

Das schlimmste jedoch ist, dass es viele Menschen gibt, die freiwillig ihre Zeit damit vertun und die Bulletins auch noch lesen. Frank jedenfalls nicht mehr.

3UR3 M4U5

Das war leetspeak.