Mittwoch, 28. Februar 2007

SG-1

Um mal etwas Raum zu füllen, poste ich mal den letzten, bzw. vorletzten geposteten prepost. Wenn ihr versteht was ich meine...

Hm, irgendwie ist es schade.

Ein Film kann uns beeindrucken, beeinflussen in unserer Meinung, uns bewegen und dazu motivieren mit etwas aufzuhören oder uns für etwas einzusetzen. Ein jeder kennt dieses Gefühl die Welt retten zu können, wenn man gerade aus einem guten Bond-Film gekommen ist, ein jeder kennt das Gefühl der Beklemmtheit, wenn der Böse einmal doch gewonnen hat oder einem vor Augen geführt wurde, wie die Welt wirklich sein kann.

Mit Fernsehserien ist das ähnlich. Allerdings wirken die Charaktere weniger fremd, wie in einem Film. Eine jede Person hat dort ihre kleinen Eigenheiten, die sie besonders freundlich oder grausam wirken lassen. Wie bei jeder DailySoap stellt man sich hinter die einen Charaktere, identifiziert sich mit ihnen, ist nicht nur Teil der Geschichte und der meist exotischen Welt, sondern fühlt sich irgendwie mit den Charakteren verbunden.
Wer würde nicht seinem Lieblingsdarsteller ohne zu fragen seine Couch überlassen und ihn dabei freundlich duzen - als kannte man ihn schon ewig.

Natürlich reine Illusion, kein Darsteller ist wie sein Charakter - doch bei einer Serie die man lange, lange Zeit begleitet hat und jede Woche aufs Neue immer wieder gern gesehen hat, da kommt es einem so vor, als würde man sie alle persönlich kennen.

Und dann kommt dann irgendwann das Aus. Der Darsteller geht in Rente, ist gestorben, hat keine Lust mehr oder die Serie wird abgesetzt. Erst denkt man sich: Na gut, ich habe ja noch die eine letzte Staffel die in den USA schon gelaufen ist und erst noch zu uns kommt. Und auf die letzte Folge freue ich mich sowieso! Außerdem gibt es ja dann noch diese andere Serie, die ja auch nicht schlecht ist.

Aber dann denkt man sich schon irgendwie, dass das jetzt alles war. Hört noch einmal seelenruhig die Melodie vom Abspann, wenn das letzte Mal die Gesichter seiner Helden über den Bildschirm flackern.

Dann, schwarz. Ende. Ab jetzt wird es keine Folge mehr geben. Kein Sequel, kein Prequel, keine Fortsetzung. Man hat die Charaktere begraben, die Darsteller in den Ruhestand geschickt, man wird sie nie wieder sehen, seine Fast-Schon-Freunde.
Erst wird man traurig. Man würde doch so gerne noch einmal.. nur eine Folge. So vergeht dann einige Zeit, bis man sie fast vergessen hat die Serie.
Man ist umgestiegen, auf was "Neueres", was "Besseres". Neues Genre, neue Darsteller, neue Story - aber irgendwann kommt dann dieses Heimwehgefühl.

Man kramt die alten Videokassetten wieder heraus, spult ganz zurück. Bis an den Anfang. Und da ist es wieder: diese besonderen Gesichter, dieses verschmitzte Grinsen, alle Helden sind wieder da. Die Musik erklingt wieder aus den Lautsprechern des Fernsehers und langsam kommen alle alten Erinnerungen wieder hoch. Lachen, Weinen, Freuen und das Gefühl seine alten Freunde wiedergesehen zu haben.
Man kennt die Aufnahmen, ist traurig, dass es nichts Neues zu hören gibt. Aber irgendwie ist man dennoch froh, dass ein so würdevolles Ende gefunden wurde.

So ist das nämlich. Nicht nur im Fernsehen, sondern auch im echten Leben. Freunde bleiben nicht ewig zusammen. Vielleicht sieht man sich mal wieder, doch meistens bleibt es bei Erinnerungen an gute alte Zeiten. Man kann froh sein, wenn man sich jedes Mal mit dem Wissen trennt, dass wenn jetzt alles vorbei sein sollte, man immer gute Erinnerungen behalten wird.

Man sollte sich nicht zu sehr an die Zukunft klammern, sondern sich vielmehr an das halten, was man im Moment hat.

Und dann, irgendwann, kann man immer noch in alten Zeiten schwelgen, sich zufrieden und glücklich erinnern und dann schauen, wie sehr uns doch sowohl unsere Serienhelden, als auch vor allem unsere echten Freunde beeinflusst haben in unserer Meinung, unserer Motivation und unseren Einstellungen.